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Heldbock (Cerambyx cerdo)

Käfer in der Dämmerung

Der Heldbock besiedelt alte Eichen in sonniger Lage, also typischerweise mächtige Altbäume in Hartholzauen, an Waldrändern, in Alleen und parkartigen Landschaften. Obwohl der Käfer selbst selten gesehen wird, da er meist nachtaktiv ist, findet man deutliche Spuren seiner Aktivitäten an besiedelten Eichen. Daumengroße Bohrlöcher in der Rinde und so genannte Hakengänge im Holz sowie grobes Bohrmehl auf der Rinde und am Stammfuß verraten sein Vorkommen. Der Heldbock gilt als Charakterart alter Eichenbestände und lebt mit einer Vielzahl anderer Insektenarten im gleichen Lebensraum, für die er zum Teil erst entsprechende Lebensbedingungen schafft.
Die Art ist in Deutschland vom Aussterben bedroht und europaweit geschützt.

Merkmale des Heldbocks

Der Heldbock ist hauptsächlich nachtaktiv und lebt in und an alten urwüchsigen Eichen (Foto: Jörn Buse)
Heldbock auf Eichenrinde

Lesen Sie mehr über die  Merkmale des Heldbocks.


Lebensraum

Lichte Wälder als Lebensraum des Heldbocks (Foto: Jörn Buse)
Lichte Wälder als Lebensraum des Heldbocks

Der natürliche Lebensraum des Heldbocks sind locker gegliederte, lichte Wälder mit hohem Eichenanteil (geringe Baumdichte). Ungestörte Hartholzauenwälder aus Eichen, Ulmen und Eschen entlang großer Flüsse bieten diese Bedingungen, da die natürliche Störungsdynamik durch Hochwässer eine lockere Bestandsgliederung hervorbringt. Vom Menschen gepflanzte Alleen und Solitärbäume, angelegte Parke, Tiergärten und Hudewälder stellen wertvolle Ersatzlebensräume dar (vgl. u.a. Zuppke 1993).

Heutzutage kommt der Heldbock in Deutschland insbesondere in den noch verbliebenen Hartholzauen (naturnahe, eingedeichte, beweidete, an Altwässern liegende) und Eichenwaldresten in Urstromtälern vor. Geschlossene Waldbestände werden weitgehend gemieden.

Literatur

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Letzte Änderung: 01.01.2012

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