Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü


Suche in www.bfn.de

Gelbbauchunke (Bombina variegata)

Der Methusalem unter den Froschlurchen

Die Gelbbauchunke wirkt von oben betrachtet eher klein und unscheinbar. Die braunfleckige Färbung ist in den schlammigen Tümpeln, die sie als Laichgewässer bevorzugt, eine hervorragende Tarnung. Zeigt sie jedoch ihre Bauchseite, erstrahlt sie in einem ganz anderen Licht. Ein auffälliges schwarz-gelbes Fleckenmuster überzieht den ansonsten dunklen Bauch, individuell verschieden wie ein Fingerabdruck. Das auf den Menschen durchaus attraktiv wirkende Farbmuster dient in der Natur der Abschreckung von Fressfeinden. Dank ihrer giftigen Hautsekrete sind die Unken gut geschützt und können mit über 15 Jahren ausgesprochen alt werden.
Ursprünglich ist die Unke eine Bewohnerin dynamischer Fluss- und Bachauen, heutzutage aber vor allem auf Lebensräume aus zweiter Hand angewiesen. Man findet die inzwischen selten gewordene Gelbbauchunke in genutzten Abgrabungen, auf militärischen Übungsplätzen und in Wäldern mit Windwürfen, Kahlschlägen oder Schneisen (z.B. Fahrwege). Hier nutzt sie zur Fortpflanzung und als Aufenthaltsgewässer besonnte, nicht oder wenig bewachsene Klein(st)gewässer, wie etwa Fahrspuren.

Merkmale der Gelbbauchunke

Gelbbauchunke vor der Paarung. Foto: Benjamin Hill.
Gelbbauchunke

Lesen Sie mehr über die  Merkmale der Gelbbauchunke und zu den Unterscheidungsmerkmalen zwischen der Gelbbauchunke und ihrer Schwesterart, der Rotbauchunke, aus dem nordostdeutschen Tiefland.


Lebensraum

Typischer Lebensraum der Gelbbauchunke in einem Abgrabungsgebiet mit einem guten Angebot an zum Teil austrocknenden Kleingewässern sowie ungenutzten Bereichen mit Hochstaudenfluren und vielfältigen Versteckmöglichkeiten. Foto: Benjamin Hill.
Lebensraum Gelbbauchunke

Der ursprüngliche Lebensraum der Gelbbauchunke sind die Auen der natürlichen Fließgewässer. Dort entstehen die von der Unke benötigten Fortpflanzungs- und Aufenthaltsgewässer in Form von Kleingewässern ohne Pflanzenbewuchs als Folge regelmäßig auftretender Hochwasser ständig neu. Da natürliche oder naturnahe Auen in Mitteleuropa weitgehend verschwunden sind, ist die Unke heute vor allem dort anzutreffen, wo der Mensch dafür sorgt, dass ständig neue Kleingewässer entstehen – sei es in Kies-, Sand- oder Tongruben, in Steinbrüchen oder in Form von wassergefüllten Fahrspuren oder wegbegleitenden Gräben auf Truppenübungsplätzen oder im Wald. Stellenweise nutzt die Gelbbauchunke auch flach überstaute Quellsümpfe bzw. Bereiche mit Hangdruckwasser; oft werden diese Bereiche als Viehweiden genutzt, dort entwickeln sich die Kaulquappen in den Trittspuren.

Literatur

 Literatur