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Birkenmaus (Sicista betulina)

Seltener Winterschläfer im Halmwald

Die Birkenmaus ist eine der kleinsten und zugleich seltensten Nagetierarten Deutschlands. Erst 1936 wurde entdeckt, dass die Art in Deutschland vorkommt. Seitdem liegen ungefähr 20 Nachweise aus nur drei weit auseinander liegenden Regionen vor. Aufgrund ihrer Seltenheit gilt die Birkenmaus nach der Roten Liste Deutschlands als vom Aussterben bedroht.
Sieben Monate im Jahr verbringen die Tiere im Winterschlaf. Während der Sommermonate klettern die Tiere durch hohe Grasbestände und Gebüsche hauptsächlich auf der Suche nach Insekten. Im Herbst steigt der pflanzliche Anteil an der Nahrung.

Merkmale der Birkenmaus

Birkenmaus. Foto Bengt Lundberg/Arco images.
Birkenmaus

Die seltene Birkenmaus wird manchmal mit der Brandmaus verwechselt. Lesen Sie mehr über die  Merkmale der Birkenmaus.

Die Birkenmaus wird zur Unterscheidung von der Steppenbirkenmaus (Sicista subtilis), die von Ungarn aus ostwärts verbreitet ist, auch als Waldbirkenmaus bezeichnet.


Lebensraum

Reich gegliederter Lebensraum der Birkenmaus im Nationalpark Bayerischer Wald. In diesem Gebiet konnte die Art 1950 erstmals in Bayern nachgewiesen werden. Foto Björn Schulz.
Lebensraum

Die Birkenmaus besiedelt bevorzugt feuchte Lebensräume mit dichtem Bodenbewuchs. Grenzelemente zwischen Wald und Offenland scheinen besonders bevorzugt zu werden. In Nordjütland (Dänemark) lebt die Art zum Teil auch in trockenen Krähenbeerheiden an der Nordseeküste, jedoch werden im nördlichen Teil des Verbreitungsgebietes feuchtere Standorte wie brach liegende Feuchtwiesen, Moore und Moorwälder und naturnahe Gewässerufer bevorzugt (Borkenhagen 2002, Møller 2007). Das Vorhandensein von Gehölzen (Wälder, Hecken etc.) scheint dabei für die Birkenmaus von Bedeutung zu sein. In den Alpen lebt die Birkenmaus auf Wiesen auf denen auch Heidelbeere, Preiselbeere und Besenheide wächst (Hable 1978). Möglicherweise verlagern Waldbirkenmäuse ihren Aufenthaltsort zum Winter hin aus den Offenlandlebensräumen in angrenzende dichtere Gehölz- und Waldbestände (Ajrapetjants 1969, zit. in Møller 2007).

Literatur

 Literatur