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Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)

Die Urwaldfledermaus

Die Bechsteinfledermaus ist eine typische Waldfledermaus, die in Mitteleuropa und insbesondere in Deutschland ihren Verbreitungsschwerpunkt hat. Deutschland ist deshalb in hohem Maße für die Bechsteinfledermaus verantwortlich.
Im Sommer bezieht die Art ihre Wochenstubenquartiere in Baumhöhlen. Da sich die Wochenstuben häufig in kleinere Untergruppen teilen und noch dazu häufig ihre Quartiere wechseln, benötigt die Bechsteinfledermaus ein besonders hohes Quartierangebot von bis zu 50 Baumhöhlen in einem Sommer. Ihre Lebensräume befinden sich in alten, mehrschichtigen, geschlossenen Laubwäldern, vorzugsweise Eichen- und Buchenbestände, mit einem hohen Alt- und Totholzanteil. Außer in Wäldern jagt die Art auch auf Streuobstwiesen und in halboffener Landschaft. Die Bechsteinfledermaus ernährt sich überwiegend von Insekten, die sie von Pflanzen absammelt.

Merkmale der Bechsteinfledermaus

Wochenstube der Bechsteinfledermaus. Foto: Simon & Widdig GbR.
Wochenstube der Bechsteinfledermaus.

Die Bechsteinfledermaus ist eine mittelgroße Fledermausart mit auffallend langen und relativ breiten Ohren. Ihr Fell ist vergleichsweise lang, die Haarbasis dunkel-graubraun, die Oberseite fahl- bis rötlichbraun und die Unterseite hellgrau.

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Lebensraum

Bechsteinfledermaus-Jagdgebiet bei Marburg. Foto: Simon & Widdig GbR.
Bechsteinfledermaus-Jagdgebiet bei Marburg.

Die Bechsteinfledermaus ist eine typische Waldfledermaus. Sie bevorzugt dabei Laubwälder (Eichen-Buchen-Mischwälder) gegenüber nadelholzreichen Misch- oder Nadelwäldern. Für das große Baumhöhlenangebot, das die Art benötigt, sind besonders alt- und totholzreiche Wälder, die einen entsprechenden Lebensraum bieten, von Bedeutung. Die Bechsteinfledermaus besiedelt vorzugsweise naturnahe feuchte Laub- und Laub-Mischwälder mit kleinen Wasserläufen, Blößen und Lichtungen und einem höhlenreichen Altholzbestand (Bayerl 2004, Müller 2003, Rudolph et al. 2004, Schlapp 1990). In einigen Regionen nutzt die Art auch Streuobstwiesen und andere halboffene Landschaften zur Jagd (Bayerl 2004).

Literatur

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