Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Apollofalter (Parnassius apollo)

Gaukler über Fels und Stein

Der Apollofalter – bei Schmetterlingssammlern ein hoch begehrtes Objekt der Leidenschaft. Die volle Schönheit und Eleganz des Apollofalters kommt jedoch erst zum Tragen, wenn er mühelos entlang von Felswänden und Steilhängen segelt. Hier finden sich auch die Lebensräume der Raupen: Voll besonnte Felsfluren mit der Futterpflanze Weißer Mauerpfeffer. Die Raupen sind ganz auf extreme Felsstandorte spezialisiert. Sobald auch nur eine leichte Beschattung erfolgt, sich etwas Erde in Felsritzen sammelt oder ein Moosbewuchs entsteht, ist der Lebensraum für die Raupen nicht mehr geeignet. An vielen Fundorten in den deutschen Mittelgebirgen besiedelt der Apollofalter durch menschliche Einflüsse entstandene Esatzlebensräume zu Felsen wie Stützhänge von Straßen oder Bahnlinien, Gesteinshalden in Steinbrüchen oder Weinbergsmauern. Die Falter sitzen gerne auf Blüten, um Nektar zu saugen. Dabei kann man sie gut aus der Nähe betrachten.

Merkmale des Apollofalters

Die Oberseite des Apollofalters, bei diesem Tier mit ungewöhnlich ausgedehnter Rotzeichnung auch in einigen schwarzen Flecken. Foto: Geyer & Dolek.
Apollofalter

Lesen Sie mehr über die  Merkmale des Apollofalters.


Lebensraum

In solch steinreichen Lebensräumen fühlen sich die Raupen wohl. Der Weiße Mauerpfeffer ist reichlich vorhanden, kaum sonstiger Bewuchs und kein Schatten beeinträchtigt den Sonnengenuss. Foto: Geyer & Dolek.
Lebensraum Apollofalter

Der Apollofalter lebt in offenen Felslandschaften, in denen die Felsritzen und Vorsprünge mit typischen Pflanzenarten der Felsen besetzt sind. Die Nahrungspflanze seiner Raupen, der Weiße Mauerpfeffer bzw. Weiße Fetthenne (Sedum album), gehört zu diesen Pflanzen, die große Hitze und viel Trockenheit ertragen können. Ursprüngliche Lebensräume sind Felslandschaften in den Alpen, die mit großen Felsen durchsetzten Magerrasen in den Mittelgebirgen oder steile Felshänge in Weinbergslandschaften. Die heutigen Lebensräume sind an der Mosel von felsdurchsetzten Weinbergs-Steillagen mit gesetzten Bruchsteinmauern geprägt, in den Mittelgebirgen häufig von aus Steinen aufgesetzten Straßen- und Bahnböschungen oder Gesteinsschutthalden in Steinbrüchen. Diese bilden mit ihren Felsritzensystemen natürliche Felsformen nach, während die ursprünglichen Lebensräume oft nicht mehr genutzt werden können. Sie haben massive Änderungen durch die Landnutzung erfahren.

 

 

 

Literatur

 Literatur